ehrenbreitsein
Eintritt: 1,10 € Die auf dem Festungsgelände befindlichen Museen kosten extra, wechselnde Ausstellungen sind im Preis enthalten
Führung: Es wird eine Führung angeboten, sie ist aber kein Muss. Sie fin- det jeweils zur vollen Stunde statt
Hotel: keines
Cafe/Restaurant: Es gibt 2 Restaurants, eines sehr schön an der Brüs- tung gelegen auf dem Exerzierplatz
Info: reichlich. Kleines Heftchen 2,50 €, ausführliches 5,10 €
Souvenirs: grosser Shop am Eingang mit reichlich Auswahl

Lage: Festung Ehrenbreitstein liegt auf der rechten Rheinseite in Koblenz
ca. 65 Kilometer hinter Rüdesheim
Anfahrt: man kann mit dem Auto direkt vor der Festung parken, oder mit der Sesselbahn hochfahren. (Schöne Sache für Leute, die sich in Sessellif- ten wohlfühlen...). Vom Fuße der Festung aus ist die Strasse gut ausge- schildert, wer allerdings das Pech hat, in Koblenz auf der linken Rheinseite zu landen (wo sich das Zentrum und die „eigentliche“ Stadt befindet) sucht vergeblich nach einem Hinweisschild „Zur Festung“. Falls man sich irgendwo hilflos in Koblenz befindet, immer Richtung „Montabaur“, dann trifft man automatisch irgendwann auf einen Wegweiser zur Festung

Festung Ehrenbreitstein ist in dem Sinne keine Burganlage, und hat auch
mit dem Mittelalter gar nichts gemein. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Burg, diese wurde aber 1801 komplett gesprengt. Da die Lage zur Verteidigung Koblenz´ jedoch günstig war, wurde hier 1815 eine preus- sische Militärfestung errichtet – und genutzt - und das ist auch, was man besichtigen kann. Daher hatte ich eigentlich zuerst gar keine Ambitionen,
die Anlage zu besuchen, aber mein Statistikerherz...ihr wisst schon.

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festung ehrenbreitstein





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Und dann war ich doch beeindruckt. Die Festung ist riesig und in sehr gut erhaltenem Zustand. Die Dimensionen, die strenge, geometrische Aufteil- ung, die hohen Mauern links und rechts, nehmen einen einfach gefangen. Die Führung kostet extra, ich habe sie ausnahmsweise nicht mitgemacht, da mich Details der preusssichen Kriegskunst nun doch nicht so interessie- ren; die Male allerdings, bei denen ich auf meinem Rundgang einer Gruppe begegnet bin, habe ich interessante Dinge erfahren. Auf jeden Fall keine Zeitverschwendung.
Mir hat es gereicht, durch die Anlage zu laufen und mich bizzar zu fühlen. Kann sich jemand an das PC-Spiel „Hexen“ vor ca 6-7 Jahren erinnern? Blödes Ballerspiel ála Doom und Quake, aber damals haben wir das Tag und Nacht gespielt und waren völlig in der Atmosphäre gefangen. (Ihr
wisst schon, man sitzt in der Uni, und die Umwelt ist gepixelt, man geht einen Gang entlang, und sieht in ihm nur die Fluchtpunkte, und die Türen zu beiden Seiten, aus denen jederzeit Monster rausspringen können, und man sorgt sich, weil man nur noch 2 Leben hat...).
Anyway, auf einem Level läuft man durch eine verlassene Festungsanlage und wartet auf die bösen Feinde, und diese Ebene sah genau aus wie Fes- tung Ehrenbreitstein; die strenge Anordnung der Mauern, die tiefen Rasen- flächen, die Schatten (gab es damals schon Schatten???) und das völlige Fehlen von realem Leben.
Ich war wie in einem Paralleluniversum, was gerade einen Hauch verscho- ben ist, so dass man die Abweichung merkt, und habe mich ertappt, wie ich dachte, ok, um diese Ecke bin ich schon gelaufen, und ich hatte nicht genug Munition für meine Bazzooka und ziemlich wenig Gesundheit... Wie gesagt, bizzar. Aber auch wer diese existenzielle Erfahrung nicht gemacht hat, wird sich wohl nicht der Atmosphäre von Festung Ehrenbreitstein ent- ziehen können.

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Das Cafe auf dem grossen Platz hat eine wunderschöne Terrasse unter schattigen Bäumen, mit einem grandiosen Blick auf Koblenz und den zwei- farbigen Zusammenfluss von Rhein und Mosel. (Niemand weiss warum; aber sie fliessen so nebeneinander her bis Köln, eh sie sich vermischen.) Das Personal war von routinierter Touristen-Abfertigungs-Indifferenz.

Fazit: Wer nur an (pseudo-)mittelalterlichen Burgen/Festungen interessiert ist, kann sich den Ausflug sparen. Wer flexibel ist, und sich auch mal auf was anderes einlassen möchte, macht hier auf jeden Fall eine beeindruk- kende Erfahrung. Wer seinen Kaffee gerne in imposanter Umgebung trinkt, darf die Festung nicht versäumen. Wer gerne Sessellift fährt, hat hier einen perfekten Grund gefunden.Sehr empfehlenswert
Historienspiele auf Ehrenbreitstein

Geschichte: Im 10. Jahrhundert wurde an dieser Stelle die Burg Ehren- breitstein erbaut, die im 11. Jahrhundert an das Erzbistum Trier fiel. Über die nächsten Jahrhunderte wurde die Burg immer weiter befestigt und ver- grössert, bis sie im 17. und 18. Jahrhundert zur barocken Festungsanlage ausgebaut wurde. Im Jahr 1799 eroberten die Franzosen nach eineinhalb- jähriger Belagerung schliesslich die Festung und sprengten sie 1801.
Als das Rheinland 1815 Teil des Königreichs Preussens wurde, befahl Fried- drich Wilhelm III. die Wiederherstellung der Festung Ehrenbreitstein. Der Schleifung entging sie nach dem ersten Weltkrieg wegen ihrer historischen und künstlerischen Bedeutung als eine der beeindruckensten Festungen des 19. Jahrhunderts.

Links: http://www.festungehrenbreitstein.de/deutsch.html
http://www.burgen-rlp.de/burgen/15_ehren/main_b15.htm

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