marksburg
Eintritt: 5,00 €
Führung: Eintritt nur mit Führung. Die Führungen werden bei Bedarf gehal- ten, bei guten Betrieb ca. alle 20 Minuten
Hotel: keines
Cafe/Restaurant: die Burgschänke ist nach dem Brand wieder eröffnet, und sehr schön geworden
Info: kleines Faltblatt kostenlos, ansonsten umfangreiches Heft-/Buchma- terial
Souvenirs: grosser Shop mit reichlich Auswahl

Lage: die Marksburg liegt auf der rechten Rheinseite in Braubach, ca. 53 Kilometer hinter Rüdesheim
Anfahrt: eine schmale Waldstrasse führt zu dem kostenpflichtigen Park- platz unterhalb der Burg, von dort ca. 4 Minuten Aufstieg

Die Marksburg ist die einzige nicht zerstörte Höhenburg am Rhein, und so- mit etwas wirklich besonderes, da sie einen sehr authentischen Einblick in das Leben auf einer Burg im Mittelalter bietet. (Weiss verputzt muss man sich übrigens alle Rheinburgen vorstellen. Die hellen Mauern sollten die
Burg deutlich von dem dunklen Hintergrund der Felsen und Wälder abhe- ben, ihre Macht demonstrieren und sie schon von weitem sichtbar machen). Die Führung dauert eine knappe Stunde und ist sehr interessant.
Gehalten wird sie von Mitarbeitern der deutschen Burgenvereinigung (die auf der Marksburg ihren Sitz hat), und das merkt man; sie wissen alles. Keine Frage, die sie nicht beantworten konnten, kein Detail, das ihnen nicht bekannt war.

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Man kommt bei der Führung sowohl durch das äussere Burggelände als auch in zahlreiche Zimmer; unter anderem die Schmiede, den Weinkeller, die großartige Küche, Wohnzimmer, Kapelle und Rittersaal mit an den Esstisch angrenzender Toilette. (Die Toilettentüren waren in Burgen nicht von INNEN verriegelbar, sondern von AUSSEN. Die Abortöffnung - meist in den Burggarten - war ein Schwachpunkt der Verteidigung, sobald der Feind einmal in das Burggelände eingedrungen war. Leicht konnte er in dem Schacht nach oben klettern (...) und in die Innenräume gelangen. Daher der Riegel aussen; so blieb zumindest noch etwas Zeit, Verstärkung zu holen...)
Während man durch die Burg geht, enge Treppen rauf, schmale Gänge runter, um zugige Kurven, um unvermittelt im kleinen Innenhof zu stehen, hat man wirklich das Gefühl sich vorstellen zu können, wie man damals wohl gelebt hat.
Zum Abschluss betritt man noch die (nicht originale) Folterkammer. Davon sollte man sich allerdings nicht zu viel versprechen, wer sich hierfür inter- essiert, ist im Rüdesheimer Foltermuseum sehr viel besser aufgehoben (Hm, merkwürdige Formulierung...). Aber nun ja, ganz nett, und es rundet die Führung stimmungsvoll ab.
Ja, so könnte ich wirklich begeistert schwärmen, wenn, ja wenn nicht....die anderen Menschen wären. Die Gruppen sind sehr gross. Ca. 40 Menschen, darunter zahlreiche quengelnde, lebhafte Kinder, alle auf engen Raum ge- drängt. Befindet man sich am Ende der Gruppe verpassst man oftmals schon die ersten Sätze des Führers am neuen Haltepunkt, ist man im vor- deren Teil, kann man kein einziges Foto machen, auf dem nicht die gesam- te Gruppe mit drauf ist. Schade, aber wohl nicht zu ändern.
So habe ich die Führung halt zweimal gemacht; einmal zum Hören und ein- mal zum Sehen.

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Fazit: Trotz der zu grossen Gruppe, ein wirklich einmaliges Erlebnis. Wer sich dafür interessiert, wie es in Burgen WIRKLICH zuging, darf die Marksburg auf gar keinen Fall verpassen.
In meiner Gruppe war ein junger Amerikaner, der sich während der ge- samten Führung -von der er kein Wort verstanden hat- mit riesigen Augen umsah und unaufhörlich wie ein Mantra vor sich hin murmelte: "Amazing, absolutly fucking amazing." Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Sehr empfehlenswert

Geschichte: Die Anfänge der Marksburg stammen aus dem 11. Jahrhun- dert. 1283 geht die Burg in den Besitz der Grafen von Katzelnbogen über, die ihr im wesentlichen das heutige Erscheinungsbild geben.
Im 15. Jahrhundert fällt sie an die Landgrafen von Hessen, die im 16. Jahr- hundert am Fusse des Burgberges Schloss Phillipsburg als Residenz errich- ten. Die Marksburg wird fortan als Festung und Staatsgefängnis genutzt. Im 19. Jahrhundert geht die recht verwahrloste Burg an das Herzogstum Nassau und schliesslich an Preussen.
Anfang des 20. Jahrhunderts wird sie von der Deutschen Burgenvereini- gung erworben, die sie vorbildlich restaurieren lässt, und seither auf der Marksburg ihren Sitz hat.

Links: http://www.marksburg.de/

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