willkommen

bei der - laut Google - 82.102ten Seite über die Burgen am Rhein.

Muss die auch noch sein? Wahrscheinlich nicht. Aber ich habe viele Ausflü-
ge zu den Burgen am Rhein gemacht.
Manche waren wundervoll, andere ganz nett und wieder andere hätte ich
mir vom "Erlebniswert" sparen können. (Aber ich bin Statistiker, und kann mir somit KEINE Erfahrung sparen...)
Mehr als meine Erfahrungen gibt es hier also nicht zu sehen und zu lesen.
Es würde mich freuen, wenn vielleicht der eine oder andere, der an einem schönen Sommer-Sonntag-Mittag mal was anderes machen möchte als mit runtergelassenen Rolläden im TV zuzusehen, wie ein paar Idioten mit ihren Autos im Kreis fahren, hier etwas Inspiration findet.
Zwei Dinge möchte ich euch dabei ans Herz legen:

1. Spielt Tourist.
Ja, Touristen sind uncool, und jeder Deutsche, der schon mal auf Mallorca war, beschwert sich zu Recht über all die lästigen Touristen, die einem das Ferienerlebnis vermiesen. Warum bleiben die nicht zu hause?
Aber Tourist vor der eigenen Haustür zu spielen macht Spass.
Und selbst wenn man in der Gegend aufgewachsen ist, überrascht es einen doch immer mal wieder, was für eine andere Welt es am Rhein gibt. (Und ausserdem ist es verblüffend, wie freundlich die Menschen sind. Egal, ob Boots- und Burgführer, Kassiererin oder 5-Sterne-Hotel-Empfangschef. Ich habe fast ausschliesslich nur reizende Menschen getroffen.)

UND SO GEHT`S:
Erzählt unterwegs JEDEM, mit dem ihr auch nur ein Wort wechselt, dass ihr zur Burgen-Besichtigung hier seid und woher ihr kommt.

weiter


         

                            carolinas castle collection
willkommen bei CCC






Fahrt mit der Autofähre über den Rhein. Auch wenn ihr eine Burg auf EU- RER Rheinseite besichtigt. Dann fahrt halt zweimal. Steigt aus und klettert die steile Treppe zum Oberdeck rauf (das Schild "Betreten verboten" hängt bestimmt nur aus versicherungstechnischen Gründen dort...).
Fotografiert ALLES. Lasst euch vom Personal vor jeder Ritterrüstung ab- lichten. Sicherheitshalber zweimal.
Sammelt alles Infomaterial was verfügbar ist. Inclusive Preisliste für die Tagungsräume.
Kauft Souvenirs. Ich weiss, sie werden in China für 10 Cent hergestellt. Und ich weiss auch, dass man keine Schwert-Brieföffner, Kanonenbriefbe- schwerer und Ritter-Schlüsselanhänger für 4 Euro braucht. Aber trotzdem. Und ausserdem ist es wahrscheinlich ein teurer Spass, eine Burg zu unter- halten; irgendjemand wird euch dankbar sein.
Kehrt auf jeder Burg zu Kaffee und Kuchen ein.
Schreibt Postkarten an die Lieben zu hause. Fragt euch auf der Heimfahrt ob die Blumen auf der Terrasse wohl vertrocknet sind und ob jemand da- ran gedacht hat, den Briefkasten zu leeren.
OK, hier ist der Deal: Ihr braucht KEINE Shorts mit Sandalen und weissen Socken zu tragen. Ihr braucht NICHT bei jedem malerischen Anblick ent- zückt auszurufen:"Oh, how lovely. It looks just like Disneyland!" (Original- zitat. Hab´ich erlebt) und ihr müsst KEINEN Riesling aus der Region trin- ken.

2. Benutzt eure Phantasie. Oft ist dem Besucher nur ein kleiner Teil der gesamten Anlage zugänglich. Stellt euch die ehemaligen Ausmasse der Burg vor, sonst ist man unter Umständen enttäuscht von der scheinbar geringen Dimension. Nicht JEDE Burg vermittelt unbedingt authentisches Mittelalter-Feeling.

weiterzurueck


   

                              carolinas castle collection

willkommen bei CCC






Die meisten Rheinburgen in ihrer heutigen Erscheinungsform stammen aus dem 19. Jahrhundert. Zu ihrer Erbauungszeit uneinnehmbare Festungen gegen den Feind, waren sie mit Enwicklung "moderner" Waffen wie Kano- nen etc ihrem Untergang geweiht, nicht mehr zeitgemäss und wurden auf- gegeben oder in Kriegen endgültig zerstört
Im 19. Jahrhundert sprach der Rhein mit all seinen seit Jahrhunderten ver- lassenen Ruinen auf einmal den "romantischen Zeitgeist" an. Schriftsteller wie Mary Shelley (mit "Frankenstein") oder Goethe haben sich von dieser bizzaren Kulisse inspirieren lassen.
Auf einmal war es "trendy", eine Burgruine zu besitzen, und sie nach "mo- derner" Vorstellung wiederherzurichten. Dabei lag der Schwerpunkt jedoch nicht auf möglichst detailgenauer Rekonstruktion sondern auf Anpassung an den neugotischen Zeitgeschmack.
Und so besassen bald zahlreiche Preussenprinzen, amerikanische Grossin- dustrielle und lokaler Adel eine der ehemaligen Ruinen, die sie nach ihrem persönlichen Geschmack wieder herrichteten.
Das mag einen zunächsteinmal etwas demotivieren, stellt man sich doch eine ältere Vergangenheit als gerade mal 150 Jahre vor, wenn man an ei- ne Burg denkt.
Aber erstens gibt es auf jeder Burg genügend Reste, die einem eine Vor- stellung ihrer Erscheinung im Mittelalter vermitteln, zweitens ist auch ihre "moderne" Form beeindruckend genug und drittens, wie gesagt, wirkt die Phantasie wunder. (Und im übrigen: Würde man sich die - hoffentlich bald - geklonten Dinosaurier nicht NICHT begeistert ansehen wollen, nur weil sie vor 60 Millionen Jahren schon mal tot waren???)



In diesem Sinne: Have Fun!

zurueck


   

                              carolinas castle collection

willkommen bei CCC