Eintritt: nur zugänglich bei Führungen
Führung: werden angeboten
Hotel: vorhanden
Café/Restaurant: im Ort
Info: keine
Souvenirs: keine
Lage: Beide Kapellen liegen in unmittelbarer Nähe des Naumburger Doms
Anfahrt: Parken im Ort

Eines der vielen wunderbaren Dinge der wunderbaren Naumburger-Mei- ster-Ausstellung war, dass die Aegidien-/ und die Johanneskapelle als 2 von 5 Ausstellungsorten geöffnet waren.
Vor allem die spätromanische Aegidienkapelle direkt gegenüber des Doms ist ein echtes Juwel. Aussen ein kompakter, quadratischer Bau, aus dessen türloser Wand die Apsis der Kapelle im 1. Stock rausragt, an der strassen- seitigen Fassade ein zum Fenster gewandeltes ehemaliges Portal. Über eine Treppe im Nebenbau kommt man zur Kapelle: ein achteckiger Raum, die Wände mit zierlichen Säulen geschmückt. Rundherum eine Bank aus Stein, ein wunderbarer unebener Fussboden, Reste von Malerei über der Apsis, justifyfiller





ein Kreuz darunter; ansonsten ist der Raum leer. Und so schön, dass ich hier ziemlich lang gesessen habe.
Die Johanneskapelle liegt ein paar Strassen weiter auf dem Domfriedhof, sie wurde im 19. Jhrd von ihrem Platz am Dom hierher versetzt (an dem ursprünglichen Stand- ort unterhalb des Doms ist ihre Hülle aus Metall nachge- justifyfiller
baut), mitten zwischen alte Gräber, die mit einer dicken Schicht Efeu über- wachsen sind, so dass sie nur noch wie grüne Hügelchen aussehen.
Der kleine Raum der Kapelle ist leer, einziger Schmuck das filigrane gotische Gewölbe. Hier mitten im Grünen war das sicher mal die schönste Leichen- halle, in der man liegen konnte...

Fazit: Beide Kapellen (aber besonders der Innenraum der Aegidienkapelle) sind sehenswert, und man sollte unbedingt versuchen, sie mit einer Füh- rung zu besichtigen.
Sie sind das i-Tüpfelchen auf dem Besuch des Doms und ein weiterer Grund, sich wirklich viel Zeit für Naumburg zu nehmen. Empfehlenswert!

Geschichte: Die Aegidienkurie - Wohn- und Verwaltungsgebäude der Naumburger Domherren - wird in der Mitte des 13. Jhrds zusammen mit justifyfiller





dem spätromanischen Teil des Doms erbaut; die heute noch erhaltene dazugehörige Privatkapelle (die ältere der beiden Kapellen) gehört zu dem ursprünglichen Teil des Ensembles.
Die Wirtschaftsgebäude werden im 16. + 19. Jhrd bau- lich erweitert und teilweise abgerissen, dabei wird auch justifyfiller
die Kapelle ergänzt. Sie ist eine von lediglich zwei der früher zahlreichen Kurienkapellen des Doms, die noch heute existieren.
Die Johanneskapelle wird in der Mitte des 13. Jhrds als Hauskapelle auf einem Domherrenhof nördlich des Doms erbaut, vermutlich von den sel- ben Bauleuten die den Westchor des Doms errichten, vielleicht sogar unter direkter Beteiligung des Naumburger Meisters.
Im 14. Jhrd bleibt sie den Bischöfen vorbehalten. 1864 muss sie dem Bau einer Möbelfabrik weichen, wird abgebrochen, auf dem Domfriedhof wieder aufgebaut und als Leichenhalle genutzt. Der Schlussstein der Johannes- kapelle befindet sich heute im Domschatz.

Link: http://naumburgermeister.eu/index.php?id=173

Ausflüge in die Nähe: Naumburger Dom (0,5km), Stadtbefestigung Naumburg (0,5km), Kloster Schulpforta (5km), Schloss Neuenburg (9km), Sonnenobservatorium Goseck (10km), Rudelsburg (11km), Burg Saaleck (13km), Kloster Memleben (35km), Burg Wendelstein (39km)