Eintritt: 3€
Führung: nur am Wochenende
Hotel: keines
Café/Restaurant: vorhanden
Info: Flyer kostenlos, Hefte ab 4 €
Souvenirs: Shop im Infozentrum
Lage: Die Externsteine liegen im Teutoburger Wald bei Horn-Bad Meinberg, ca. 24 km von Paderborn entfernt
Anfahrt: kostenpflichtiger Parkplatz 300 m entfernt

Schon der riesige Parkplatz an den Externsteinen weist darauf hin, dass man hier kein Naturdenkmal im einsamen Wald besucht. Hinter Kiosk und Familienrestaurant liegt das erst 2011 eröffnete Infozentrum mit toller inter- aktiver, zweisprachiger Ausstellung.
Auf einem kurzen Waldweg, vorbei an wunderbaren Eichen, gelangt man zu den Externsteinen und ist von weitem, ehrlich gesagt, im ersten Mo- ment etwas enttäuscht. Ganz hübsch, keine Frage, aber das ist die ganze legendäre Geschichte?
Der Parkplatz war fast leer, doch hier stapeln sich die Menschen und zu laut justifyfiller





sind sie auch. Erst im Kleinen fängt die Faszination an. Die wunderbar ausgetretenen Stufen, weisse und grüne Flechten und Moose, plastische Riffel in den Steinen.
Das Aussengelände ist frei zugänglich, für das Betreten der Steinformation gibt es eine Schranke und ein Kassen- häuschen (der nicht sehr sportlich wirkende Kassierer justifyfiller
vertraut einem an, er habe Höhenangst und sei deshalb noch nie auf den Felsen gewesen, doch die Kollegen sagen, es sei wirklich sehr schön!).
Die mysteriösen Grotten sind leider nur am Wochenende mit Führung geöffnet, durch Gitter späht man ins grüne Dämmerlicht der Gänge. In eine Felswand davor ist die berühmte Kreuzabnahme geschlagen, grossartig und beeindruckend, aber so gut erhalten, dass sie kaum wirkt wie vielleicht 1200 Jahre alt.
Über verschiedene Stiegen und enge Treppen kommt man auf die ein- zelnen Felsnadeln, hin bis zur dramatisch geschwungenen Holzbrücke, die zu dem geheimnisvollen Altar führt. Der Blick hinunter hat etwas verwirrend unwirkliches, wie auf einer Escher-Grafik. Obwohl die Sonne scheint, macht sie kein richtig klares Licht, sie wirft einen diffusen, gelblich-grünen Schleier über alles und macht aus den Felsen schwerfällig atmende Lebewesen.
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Im Wald ringsum führen schmale Pfade zu kleinen Fels- gruppen zwischen den Bäumen, ein Rundweg schlängelt sich um den See, an seinem Ende spiegeln sich die Steine im Wasser. Kein Mensch ist zu sehen, man hört nur En- ten und Grillen, und jetzt bin ich ein bisschen neidisch auf die Leute, die hier in der Umgebung wohnen…

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Fazit: Die zahlreichen Flatterblusenfrauen mit esoterisch hängenden Mund- winkeln muss man ebenso ignorieren wie den Typ, der mit seinem Smart- phone auf einer Bank hockt und seinem Klienten erklärt, er werde ihm jetzt die Energie des Ortes mit Gesängen übers Telefon senden.
Wenn man das schafft (im Ignorieren bin ich gut!) erlebt man einen um- werfenden Ort, der alles Tamtam, das um ihn gemacht wird, rechtfertigt. Absolut empfehlenswert!

Geschichte: Der Kalksandstein der Externsteine entsteht in der Kreidezeit vor ca. 120 Mio Jahren als Ablagerungen eines grossen Meeres. Vor ca. 70 Mio Jahren falten sich die ehemals flach liegenden Steinschichten senkrecht auf, das Gebirge des Teutoburger Waldes entsteht.
Man findet hier menschliche Spuren aus der Steinzeit (ca. 10.000 v. Chr), justifyfiller





jedoch keine aus der Bronze- oder Eisenzeit, so dass es keinen Hinweis auf ein keltisches bzw. germanisches Hei- ligtum gibt. Feuerstellen in den Grotten sind dann erst wieder für das 7. Jhrd n. Chr nachweisbar.
Eine Urkunde des Abdinghofes in Paderborn aus dem Jahr 1093 belegt den Kauf der Externsteine durch das justifyfiller
Kloster. Da die Steine an einer bedeutenden Fernstrasse von der Elbe an den Rhein liegen, entstehen in seiner Umgebung herrschaftliche Anwesen. Mönche haben die Steine als Eremitage genutzt, von ihnen ist auch die bauplastische Gestaltung der Felsen entstanden, vielleicht als Nachbildung der heiligen Stätten in Jerusalem; die meisten Datierungen sind jedoch nicht gesichert. Die berühmte Kreuzabnahme ist vermutlich um 1150 entstanden, es gibt jedoch auch Stimmen die sie für karolingisch oder ein Werk Lucas Cranach. d. Ä. halten.
Im 17. Jhrd erbaut Graf Hermann Adolf zu Lippe-Detmold am Fusse der Steine ein befestigtes Jagdschloss, dieses wird jedoch nicht lange genutzt, verfällt und wird 1810 wieder abgerissen. 1836 wird als romantische Geländegestaltung der an den Steinen vorbeifliessende Bach als See angestaut. In den 1880er Jahren finden erste archäologische Grabungen justifyfiller





statt. 1933 entsteht die Idee, die Externsteine als "Hei- ligen Hain" der Germanen auszuweisen, Himmler gründet daraufhin die Externstein-Stiftung und ist ihr Vorsitzen- der. Es folgen umfangreiche Grabungen in deren Folge auch der See temporär trockengelegt wird, mit dem Ziel eine vorchristliche Kultstätte zu "entdecken".
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Seit 1945 nutzen verschiedene esoterische Gruppen (sowie rechte Grup- pierungen) die Externsteine als Kraftorte ihrer jeweiligen Ideologie, bekannt ist heute insbesondere die hier zelebrierte Walpurgisnacht.
Die seit 1926 als als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Externsteine gehören heute dem Landesverband Lippe und sind sowohl Kultur- als auch Naturdenkmal. Das Infozentrum mit der Ausstellung am Parkplatz wird 2011 eröffnet.

Link: http://www.externsteine-info.de/

Ausflüge in die Nähe: Abdinghofkirche (22km), Bartholomäuskapelle Paderborn (22km), Busdorfkirche Paderborn (22km), Gaukirche Paderborn (22km), Dom Paderborn (22km), Wewelsburg (40km)