Eintritt: 70 C Burg, 2 € Museum
Führung: keine
Hotel: vorhanden
Café/Restaurant: vorhanden
Info: Faltblatt umsonst, Heft 2,50 €
Souvenirs: an Museumskasse
Lage: Die Burg liegt in Friedewald, ca. 13 km von Bad Hersfeld entfernt
Anfahrt: Parken direkt davor

Fünf Minuten von der Autobahn liegt die Wasserburg im kleinen Ort. Hier kommt einem alles so sauber und neu vor, dass man ganz ungläubig vor der grossartigen Ruine der Wasserburg steht, die man so gar nicht hier erwartet.
Vier dicke Türme stehen im Wasser, und fast ebenso dicke Fische schwim- men träge darin. An einem kleinen Gärtchen wächst Schilfrohr am Ufer, am anderen Ende Seerosen.
Am mächtigen Eingangstor zahlt man die absurden 70 Cent Eintritt und steigt dann auf den Turm, von dem man einen tollen Blick vor allem in die offene Palasruine hat. Über den gegenüberliegenden Turm gelangt man in justifyfiller





die ehemalige Kapelle, hier stehen auch noch die Über- reste eines gewaltigen Kamins. Im neuen Palas gibt es einige Vitrinen mit Funden von der Burg. Die Gebäude des Hotels und Cafés ausserhalb der Ruine sind im Kon- trast zur Wasserburg fast zu neu und sauber, aber die Caféterrasse ist schön.
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Im Heimatmuseum sitzt ein Mann mit Krücke und hört Radio. An einem Dienstag bin ich wahrscheinlich fast die einzige Besucherin. Ich wünsche ihm, dass er am Wochenende mehr zu tun hat. Das Museum ist schön gemacht, sehr interessant ist auch die Kaliausstellung (man sieht den blen- dend weissen Monte Kali wenn man von der Autobahn runterfährt) im Untergeschoss.

Fazit: Obwohl wir in meiner Kindheit oft zu meinen Grosseltern nach Eschwege gefahren sind, haben wir unverständlicherweise nie die Wasser- burg besucht. Und ich glaube, da waren wir nicht die Einzigen. Dieser tollen Burg kann man wirklich eine grössere Bekanntheit wünschen, und man sollte auch mehr Eintritt verlangen als 70 Cent! Empfehlenswert!

Geschichte: Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Burgareals justifyfiller





bereits im 11. Jahrhundert, vermutlich befindet sich hier eine Abtburg der Abtei Hersfeld, in deren Gebiet Burg Friedewald liegt. 1302 wird sie als Lehen an die Hessi- schen Landgrafen vergeben. Die Burg befindet sich an der Kreuzung der wichtigen Fernhandelsstrassen Nürn- berg-Bremen und Frankfurt-Leipzig. Bereits 1306 besit- justifyfiller
zen die Landgrafen das Geleitrecht, am Ende des 14. Jhrds. ist die Wasserburg Hessisches Amt inmitten des Hersfelder Gebietes, ab 1484 sind die Land- grafen alleinige Besitzer. Sie bauen die Anlage als Hessischen Verwaltungssitz und Jagdschloss aus. Im 16 Jhrd. verliert Friedewald seine strategische Bedeutung, ca. 1580 errichtet Landgraf Wilhelm IV. die Schlossgebäude ausserhalb der Wasserburg.
Im 7jährigen Krieg brennt die Burg 1762 aus; anscheinend wird dannach nur das Schloss wieder aufgebaut. In der Folge fungiert es als Amtsgericht und Forstamtsgebäude; heute als Heimatmuseum. Ende der 1990er Jahre wird der westliche Schlossflügel nach alten Vorlagen als Hotel aufgebaut.

Link: http://www.museum-friedewald.de/

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