Eintritt: keiner
Führung: keine
Hotel: keines
Café/Restaurant: im Ort
Info: Kirchenführer 2 €
Souvenirs: Postkarten
Lage: Kloster Germerode liegt in Germerode, ca 12 km von Eschwege entfernt
Anfahrt: parken direkt davor

Am Fuße des Meißners (dort, wo Frau Holle wohnt...) liegt der kleine Ort Germerode; das Kloster, das ihm den Namen gegeben hat, befindet sich am Ortsrand. Zunächst kommt man durch ein Fachwerktorhaus und steht direkt vor dem beeindruckenden Chor der Klosterkirche. (und das ist ein Vorteil davon, wirklich früh aufzustehen: die Sonne steht noch nicht im Westen, so dass man den bei romanischen Kirchen meist tollen Ostchor einmal nicht im Gegenlicht fotografieren muss... )
Über den Hof führt der Weg am Refektorium vorbei in den dahinter gele- genen Klostergarten, der früher der Kreuzgang war. Eine uralte Steinmauer justifyfiller





ist Grenze zu den anschliessenden Feldern, ein moderner Backsteinteich befindet sich an Stelle des alten Brunnens. Hier habe ich erst mal gesessen und die Natur und die friedliche Atmosphäre bewundert.
Von dieser Seite betritt man die Kirche direkt durch die Westkrypta: ein dämmriger Raum mit wuchtigen Säulen justifyfiller
und einigen sehr schönen Kapitellen. Der Kirchenraum ist überwältigend; weisser Putz und perlfarbener Stein, dunkles Holz und Licht.
Eine winzige schlichte Kapelle rechts des Chors, darunter befindet sich der Einganz zur Ostkrypta. Die ist erstaunlich gross (sie war als Grabkapelle der Grafen vom Bilstein angelegt), kompakte Säulen, durch ebenerdige Fenster fällt schräge Sonne; auch diese Krypta hat einen eigenen Eingang.
Wenn man Glück hat, trifft man draußen eine sehr nette Schwester der Tagungsstätte, die einem durch den alten Keller führt; und wenn man noch mehr Glück hat, erreicht man die evangelische Pfarrfrau, die mir den Schlüssel zu der Nonnenempore und dem Refektorium anvertraut hat.
Das Pfarrhaus liegt einige Strassen vom Kloster entfernt und ich musste warten, bis sie vom Kinderabholen zurück war. Die Zeit habe ich im Landgasthof überbrückt, der durch seine Zeitgeistresistenz beeindruckt.
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Wenn man somit dann drei mal durch den Ort gelaufen ist, hat man jeden Einwohner von Germerode persönlich begrüsst.

Fazit: Ein tolles Kloster! Wunderschöne romanische Kirche, zwei Krypten und eine einzigartige Atmosphäre. justifyfiller
Die Natur drumherum ist gleichermassen schön, der Landgasthof im Ort hinreichend skurril. Relativ unbekannt und absolut empfehlenswert!

Geschichte: Kloster Germerode wird 1145 von Graf Ruttger II. vom Bilstein gegeründet; laut Legende soll das Erlebnis der Einweihung der Stiftskirche in Bad Hersfeld ein Jahr zuvor in ihm den Wunsch einer eigenen Stiftung geweckt haben.
Das Kloster wird den Prämonstratensern übergeben, die hier zunächst ein Doppelkloster einrichten; daher befindet sich in der Klosterkirche eine abgetrennte Nonnenkraypta sowie eine Nonnenempore mit jeweils eigenen Eingängen. Ab 1270 ist Germerode jedoch ein adliges Nonnenstift.
Bis zum Ende des 14. Jhrds gelangt das Kloster durch zahlreiche Stiftungen zu grossem Wohlstand; doch ab 1380 "herrscht Zügellosigkeit" im Kloster, justifyfiller





der wirtschaftliche Niedergang folgt. Bereits 1527 wird es im Zuge der Reformation aufgelöst, die Nonnen abge- funden. Aus dem Grundbesitz des Kloster entsteht eine landgräfliche Vogtei, die an wechselnde Adelsfamilien verpachtet wird.
Die Klosterkirche wird evangelische Pfarrkirche und ent- justifyfiller
sprechend umgebaut; die Krypten werden vermauert und dienen der Vogtei als Lagerkeller. Im 19. Jhrd wird die Vogtei erst hessische, dann preussische Domäne, 1930 aufgelöst und das Land an Germeroder Bürger verkauft.
Seit der 2. Hälfte des 20. Jhrd werden die Klosterbauten umfassend restauriert und wiederhergestellt. In Teilen der ehemaligen Klostergebäude ist heute eine Tagungsstätte untergebracht.

Link: http://www.kloster-germerode.de/

Ausflüge in die Nähe: Totenkirche (3km), Schloss Eschwege (12km), Creuzburg (35km), Wehrkirche Ronshausen (44km), Wasserburg Friedewald (49km)