Eintritt: keiner
Führung: möglich
Hotel: keines
Café/Restaurant: keines
Info: im Infopoint in Schloss Goseck
Souvenirs: im Infopoint in Schloss Goseck
Lage: Das Sonnenobservatorium liegt in Goseck, ca 45 km von Leibzig entfernt
Anfahrt: Parken unmittelbar vor der Anlage

Wenn man sich dem Sonnenobservatorium genähert hat, steht man erst mal etwas verloren davor. Was kann man alles sehen? Zwei Holzpflock- kreise mit Graben drumrum, viel Rasen und keine Sonne. Nicht sonderlich abwechslungsreiche Ansichten.
Dann geht man zwischen den beiden Pfostenwänden einmal im Kreis um die Anlage, und auf einmal ist es doch faszinierend. Die hohen Stöcke zu den Öffnungen haben auch ohne dass man weiss was sie anzeigen eine Bedeutung, das spürt man. Ein bisschen Sonne kommt dann doch hinter dunklen Wolken hervor, die Stäbe bohren sich in ihr zartes Gelb. Vielleicht justifyfiller





wäre blauer Himmel langweiliger gewesen. In der Mitte ist ein Stein eingelassen, der die Jahreszeiten/Feste zeigt, zu denen die Sonne hier an den entsprechenden Stellen stand, hier umgibt einen der Kreis der schweigenden Pa- lisaden.
Ein leises Projekt, was durch seine Reizarmut einen ei- justifyfiller
genen Charme entwickelt. Wenn man geht ist man irgendwie beeindruckt. Wovon?

Fazit: Nicht dran vorbeifahren. Schöne Sache für ruhige Minuten. Der In- fopoint im Schloss Goseck (und das Schloss Goseck) sind bestimmt gut; leider hatte er schon zu als ich da war.

Geschichte: Das jungsteinzeitliche Henge-Monument (kreisförmige Anla- gen mit umlaufenden Graben und Erdwall) in Goseck wird ungefähr 4800 v. Ch. erbaut, und gilt somit als ältestes bekanntes Monument dieser Art und 2000 Jahre älter als Stonehenge.
Es ist mit 2 Palisadenzäunen umgeben in denen 3 Tore zum Zentrum der Anlage führen. Diese Tore markieren recht genau das Datum der Winter- justifyfiller





sonnenwende vor ca. 7000 Jahren; andere Einrichtigen im Palisadenzaun lassen auch das Datum der Sommer- sonnenwende bestimmen und belegen, dass astrono- mische Kenntnisse in Europa älter sind als bislang ver- mutet.
Man kann von einer astronomisch-kultischen Nutzung justifyfiller
der Anlage ausgehen. 1991 entdecken Luftbildarchäologen bei einem Er- kundungsflug zufällig Spuren einer Ringgrabenanlage. 2002 beginnen die Ausgrabungen. Neben der Kreisgrabenanlage entdeckt man ein Langhaus sowie ein Kindergrab, zahlreiche Tierschädel und Menschenknochen.
Die Menschenknochen weisen Spuren sorgfältiger Bearbeitung auf; viel- leicht Menschenopfer oder Begräbnisrituale. Kürzlich sind in unmittelbaren Umgebung der Anlage Spuren einer ca. 7000 Jahre alten neolithischen Siedlung entdeckt worden. 2005 wird die Anlage rekonstruiert und im De- zember zur Sonnenwendfeier eingeweiht. 2006 entsteht im nahe gele- genen Schloss Goseck ein Informationszentrum.

Link: http://www.himmelswege.de/82/

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