Eintritt: keiner
Führung: möglich
Hotel: in der Stadt
Café/Restaurant: vorhanden
Info: Broschüre 4 €
Souvenirs: Schriften
Lage: in der Lübecker Altstadt
Anfahrt: Parken im Ort; ich kam mit dem Schiff

Im Norden der Lübecker Altstadtinsel, zwischen Petrikirche und Burgtor liegt das Heilig-Geist-Hospital. Die breite Front der Kirchenhalle mit ihren 5 dünnen Türmchen liegt zur Strasse, und was von aussen eher zurück- haltend wirkt, explodiert förmlich als Farbenmeer, wenn man durch das gotische Portal eintritt.
Rot und grün die Gewölbe von Blumen umrankt, an der Nordwand zwei grosse Gemälde aus dem frühen 14. Jhrd. Fast alle Fenster sind aus far- bigen Glas, der Tür gegenüber schimmert der Lettner mit reichlich Gold verziert. Von hier geht es auch in die Hospitalhalle (die von aussen eher nach Kirchenschiff aussieht). Unter der hohen dunklen Holzdecke blickt justifyfiller





man auf die zwei Reihen Kabäuschen, in denen die Al- tersheimbewohner gelebt haben: Für jeden ein winziger Raum, 6m², darin Bett, Tisch, Schrank, Nachttopf. Nach oben sind alle Kammern offen.
Auf den ersten Blick romantisch, aber dann stellt man doch schnell fest, dass sich die Einstellung zu "Privat- justifyfiller
sphäre" in den letzten Jahrhunderten deutlich verändert hat - vor dem Einbau der Kammern im frühen 19. Jhrd standen die Betten der Bewohner einfach in langen Reihen in der Halle. Da weite Teile der Gebäude heute noch als modernes Altersheim genutzt werden, ist vieles nicht zu besich- tigen - der schöne Backsteinkreuzgang z.B., den ich nur aus dem Internet kenne. Rund um das Hospital gibt es wunderbare kleine Gärtchen; der elende Regen hat mich leider davon abgehalten, sie zu erkunden.

Fazit: Ein weiteres Highlight Lübecks! Die bunte Kirchenhalle und die düste- ren Kammern sind ein faszinierender Gegensatz, den man unbedingt sehen muss. Bei Sonne säße es sich bestimmt wunderbar im Gärtchen der in den Gewölben untergebrachten Gastronomie.

Geschichte: Mehrere, durch den Handel reichgewordene Kaufleute aus justifyfiller





Lübeck erbauen ab 1260 gemeinsam mit dem Rat der Stadt das Heiligen-Geist-Hospital; die Sorge um das eige- ne Seelenheil und die soziale Fürsorge sind gleicher- massen Anlass für den Bau einer der ältesten Sozialein- richtungen Europas.
Die Einnahmen der vielen, dem Hospital gestifteten Län- justifyfiller
dereien und Besitztümer im Umland ermöglichen die Versorgung der Kranken und Bedürftigen. Das Hospital kann seit Beginn mehr als 100 Menschen aufnehmen, Ordensbrüder und Schwestern kümmern sich um die Bewohner. Zunächst dient es ausschliesslich der Krankenpflege, in der Reformation wird das Hospital ein weltliches Altersheim. Bis 1820 stehen die Betten in Viererreihen in der grossen Halle; erst 182o entstehen die bis 1970 bewohnten Holzkammern. Die öffentlichen Gottesdienste in der Kir- che werden 1806 eingestellt, die Wandmalereien in der Kirchenhalle 1866 wiederentdeckt und restauriert. Ab 1973 beginnt der Um- und teilweise Neubau des Altenheims, das nun von der Stadt Lübeck betrieben wird.

Link: http://www.luebeck.de/tourismus/[...]/heiligen-geist-hospital.html

Ausflüge in die Nähe: Marienkirche Lübeck (1km), Lübecker Dom (2km), Dorfkirche Schlagsdorf (25km), Ratzeburger Dom (27km), Basilika Altenkrempe (38km), Schloss Eutin (38km)