Eintritt: keiner
Führung: keine
Hotel: im Ort
Café/Restaurant: am T.d.o.D.
Info: keine
Souvenirs: keine
Lage: in Homberg/Ohm, ca 28 km von Marburg entfernt
Anfahrt: Parken im Ort, 3min/300m Fussweg

Allzu viel ist von dem Schloss nicht mehr übrig, und das war bis vor kurzem privat und nicht zugänglich. Nun hat die Stadt das Schloss gekauft und der Tag des offenen Denkmals war eine der ersten Gelegenheiten, es zur Be- sichtigung zu öffnen. Das war vor allem für die Anwohner eine Chance, zu sehen, was genau "ihnen" jetzt eigentlich gehört.
Der kurze Anstieg aus dem Ort verläuft unterhalb der noch in weiten Teilen erhaltenen Burgmauer, die einen wehrhafteren Eindruck des Schlosses vor- gaukelt, als man oben angekommen findet. Zum Glück gab es eine schöne, ausführliche Führung; denn ohne hätte man vielleicht etwas verloren vor den bescheidenen Gebäuden gestanden. Das Haupthaus, das wohl bis vor justifyfiller





kurzem bewohnt war, steht jetzt leer: auf drei Stock- werken vergammelte Räume in denen man herunter- gerissene Tapeten, vom Ofen verbrannte Wände und Badezimmer aus dem 50er Jahren bewundert.
Der alte Holzboden knarrt, durch stimmungsvoll verlot- terte Fenster hat man einen schönen und staubigen Blick justifyfiller
auf den Ort und die Hügel des Vogelsberges; der Heimwerker in mir ist begeistert. Im Erdgeschoss haben engagierte Bürger eine Kaffee- und Kuchentheke aufgebaut. Skurril die "Scheune" nebenan, die man wohlwollend aus der Ferne betrachtet und sich fragt, wo nun eigentlich die legendäre Georgskapelle sein soll. Dann schaut man IN die Scheune und entdeckt Kirchenschiffspfeiler und Altarnischen. Verrottet und zugestellt, mit tollem alten Holz und dämmrigen Licht; eine schöne Entdeckung! Vor der Burg seht eine wunderbare 1000 Jahre alte Linde; riesig und hohl.

Fazit: keine Burg, die sich wegen der tollen Substanz zu besuchen lohnt, aber ein sehr interessanter Ausflug mit unterhaltsamen Details in wunder- schöner Gegend und mittlerweile eine der seltenen Gelegenheiten, am Tag des offenen Denkmals etwas sonst verschlossenes zu besichtigen.
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Geschichte: Der Ort Homberg wird 1065 erstmals er- wähnt, ob zu dieser Zeit auf dem Schlossberg bereits eine königliche Burg entsteht, ist unbekannt.
Zum Ende des 12. Jhrds gehört Homberg den Thüringi- schen Landgrafen, die nun eine Burg über der Stadt neu- (oder aus-) bauen zur Sicherung ihres Territoriums justifyfiller
gegenüber dem Erzbistum Mainz und mit Burgmannen besetzen. Ab 1264 gehört Homberg zur Landgrafschaft Hessen, Philipp II lässt die Burg 1509 zu einem einem herrschaftlichen Schloss ausbauen. Im 30Jährigen Krieg wird es 1646 von schwedischen Truppen teilweise zerstört, die Befestigung geschleift, der Bergfried gesprengt. Nur die Wohngebäude des Schlosses werden wieder aufgebaut, ein weiterer Umbau erfolgt im 19. Jhrd.
1918 kauft der des Schloss ein Privatmann, dessen Nachfolger bieten das Schloss - ohne den dazugehörigen Wald - 2011 der Stadt Homberg zum Kauf an. Bei einer Bürgerbefragung sprechen sich 80 % für den Erwerb des Schlosses für 160.000 € aus; seit Frühjahr 2012 gehört es der Stadt.

Link: http://www.facebook.com/Schlosspatrioten

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