Eintritt: 4 €
Führung: keine
Hotel: in der Stadt
Café/Restaurant: in der Stadt
Info: Museumsführer 3,50 €
Souvenirs: Museumsshop
Lage: Das Kloster Unser Lieben Frauen liegt in der Altstadt von Magdeburg
Anfahrt: Parken davor

Auf halber Strecke zwischen Magdeburger Dom und Johanniskirche liegt das Kloster Unser Lieben Frauen. Die romanische Fassade zwischen Bäu- men und Kopfsteinpflasterstrasse wirkt auf den ersten Blick wie ein Heile-Welt-Postkarten-Motiv, doch dahinter kommen Plattenbauten und Baustel- lenkräne in den Blick, so surreal wie eine Fotomontage. Um die Kloster- anlage stehen moderne Skulpturen und alte Mauerreste; ich finde das absolut gelungen.
Teile der ehemaligen Klostergebäude sind heute ein Museum, die Kirche ist von außen nicht zu betreten, nur in Verbindung mit dem Museumsbesuch.
Vom Klostershop aus kommt man zunächst in den Kreuzgang und dort justifyfiller





bleibt man dann für lange Zeit. Wunderschöne roma- nische Kapitelle, ein jedes unterschiedlich, reihen sich grau und weiss aneinander.
Einmalig ist die sogenannte "Tonsur", ein Rundbau mit Kegeldach, der in das Rasenviereck ragt, er wurde ver- mutlich für Waschungen genutzt, ein Brunnen hat hier justifyfiller
aber nie gestanden. Von hier hat man Blicke und Perspektiven, die bis zu vier in der Tiefe versetzte Säulenreihen zeigen, manchmal kommt man sich vor, wie in einer Escher-Grafik.
Neben der schwarz-weissen Hochsäuligen Kapelle geht es in die ehemalige Klosterkirche, deren bunter Sandstein als Kontrast richtig leuchtet. Unter dem mit einer modernen Orgel zugestellten Chor liegt die geheimnisvoll blau schimmernde Krypta, gegenüber sieht man durch ein Loch in der Wand auf das angebliche Grab Victor von Xantens.
Das Museum ist ein gelungener Mix: in den Gewölben mittelalterliche Sakralgegenstände, in den oberen - schön restaurierten - Etagen moderne Kunst. Das zugehörige Museumscafé wird aktuell renoviert.

Fazit: Zurecht ist das Kloster eine Perle auf der "Strasse der Romanik", justifyfiller





soviel tolle Details, und für das Museum muss man nochmal viel Zeit mitbringen - mehr als ich hatte.
So wie der Dom empfehlenswert und, ich muss das so sagen: Sachsen-Anhalt ist geil.

Geschichte: Im Jahr 1017 gründet der Magdeburger justifyfiller
Erzbischof Gero ein Kollegialstift, vermutlich zunächst aus Holz. Ab 1063 wird (vielleicht auf den Fundamenten einer Rundkirche aus dem 10. Jhrd) mit einem Neubau begonnen, Kirche und Krypta sind im wesentlichen bis heute erhalten.
Seit 1126 ist Norbert von Xanten Erzbischof von Magdeburg, 1129 über- gibt er das Stift an den von ihm gegründeten Orden der Prämonstra- tenser. Von Magdeburg breitet sich der Orden rasch im Osten des Reichs aus, unter anderem Quedlinburg und Ratzeburg werden mit Schülern Norberts besetzt. Im 13. Jhrd wird das Stift gotisch erweitert, zeitgleich mit dem Wiederaufbau des bei einem Brand zerstörten Doms.
In der Reformationszeit bleibt das Stift zunächst katholisch, verliert jedoch Patronatsrechte und wertvolle Ausstattngsgegenstände. Die Zahl der Klosterbewohner nimmt stetig ab, 1591 findet dann der erste evangelische justifyfiller





Gottesdienst in der Stiftskirche statt, 1601 verlässt der letzte Prämonstratenser das Kloster - nur Norbert bleibt in seiner Gruft liegen bis er 1626 nach Prag überführt wird.
Den 30Jährigen Krieg überstehen die Klostergebäude mit relativ geringen Schäden, Das Stift wird nicht aufgelöst, justifyfiller
sondern in eine evangelische Klosterschule umgewandelt, die erst nach der Säkularisation 1834 staatliche Schule wird. Auch den 2. Weltkrieg übersteht das Kloster weitgehend.
In der DDR Zeit wird die Klosterkirche zunächst von der Reformierten Gemeinde genutzt, ab 1966 gehört das Kloster Unser Lieben Frauen der Stadt Magdeburg, die ab den 1970er Jahren das Museum für Bildende Kunst hier einrichtet, die Kirche wird Konzerthalle. Beides bleibt auch nach der Wiedervereinigung.

Link: http://www.kunstmuseum-magdeburg.de/

Ausflüge in die Nähe: Dom zu Magdeburg (1km)