Eintritt: keiner, Photoerlaubnis 2 €
Führung: werden angeboten
Hotel: in der Stadt
Café/Restaurant: in der Stadt
Info: Kirchenführer ab 3,50 €
Souvenirs: vorhanden, sowie Original-Domsteine
Lage: Der Dom liegt in der Altstadt von Magdeburg
Anfahrt: Parken davor

Nahe der Elbe, in Sichtweite des Klosters Unser Lieben Frauen, des Hun- dertwasserhauses und der Johanniskirche, überragt der Dom alle Gebäude in seiner Umgebung. Auch wenn er sich, trotz Otto-Jahr, noch in der End- phase der umfassendsten Sanierung seiner Geschichte befindet (unter anderem sind Südturm und Westportal eingerüstet), ist das weitläufige Domareal sehenswert.
Im Süden das Pfarrhaus, daneben die schön dokumentierten Mauerreste der Magdeburger Festung, im Osten die Dombauhütte und das letzte mit- telalterliche Stadttor, im Norden auf dem Kopfsteinpflaster gläserne Guck- löcher auf bronzezeitliche Siedlungsspuren im Boden. Alles aufwändig und justifyfiller





mit viel Liebe zum Detail präsentiert, das finde ich toll! Beim Betreten des Doms fühlt man sich winzig inmitten dieses weiss-grauen Steinmeers, dessen Dimensionen noch imposanter wirken, weil jegliche Farbe fehlt.
Dafür bin ich völlig hingerissen von den grossartigen Steinarbeiten, alleine im Chorumgang könnte ich Stun- justifyfiller
den mit dem Betrachten der feinen Kapitelle verbringen - und ein Traumjob wäre es natürlich, die komplette Bauplastik des Domes zu fotografieren. Dann käme ich auch auf den Bischofsgang, der den Hohen Chor in ca. 10 m Höhe umläuft und der leider regulär nicht zugänglich ist.
Im Chor trifft man den Heiligen Mauritius wieder, den man letztes Jahr in Naumburg auf der Meister-Ausstellung schon bewundert hat. Mitten im Dom steht die 16-seitige Heilig-Grab-Kapelle, gelb leuchtet das lächelnde Königspaar in seinem geheimnisvoll blauen Inneren. Irgendwann reisst man sich von dem unvollendeten Studium der Kapitelle los und folgt dem Hinweisschild zur Krypta, in die man durch den Kreuzgang gelangt.
Sie stammt noch von dem ottonischen Bau, viel mehr als einige Mauerreste in einem dunklen Gewölbe sind nicht zu erkennen. Umso mehr Zeit hat man jetzt für den Kreuzgang, und der ist schlicht sensationell. Der Süd- justifyfiller





und Westflügel stammen noch aus romanischer Zeit, jede kleine Säule trägt ein unterschiedliches Kapitell, un- gezählte Grabplatten an den Wänden. Die anderen Flügel des Kreuzganges sind bereits gotisch und mit farbigen Gewölbestreben geschmückt. Eigentlich wollte ich jetzt noch Bilder vom Innenhof aus machen, doch da kam justifyfiller
das Unwetter, dessen Nahen von Westen ich panisch während des Vor- mittages auf dem Regenradar von Smartphone verfolgt habe.
Und so ging es dann in die Otto-Ausstellung, wo ich mit Entzücken die Playmobil-Sonderedition des berühmten Magdeburger Reiters erstanden habe.

Fazit: Magdeburg ist toll, und ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich den Dom oder das Kloster Unser Lieben Frauen grossartiger finde. Definitiv beides empfehlenswert!
Wegen des Regens habe ich dann auf die Besichtigung der Petri- und Johanniskirche verzichtet, und auch den Stadtteil Buckau hätte ich mir gerne noch angesehen. Direkt an der Elbe gelegen, sieht man hier beim Vorbeifahren prachtvolle Gründerzeitvillen, imposante Industrieanlagen, justifyfiller





schnuckelige Backsteinarbeitersiedlungen; alles in teilwei- se ruinösem Zustand - 20 Jahre ist die Wende her; eine Generation; und es gibt noch immer Orte, die aussehen, als sei das gestern gewesen. Unfassbar schade.

Geschichte: Otto I. gründet auf dem heutigen Dom- justifyfiller
hügel 937 ein dem Heiligen Mauritius geweihtes Kloster, das er auch als Grablege für seine Frau Editha bestimmt. 955 beginnt er mit dem Neubau des Doms, nebenan wird eine nahezu gleich grosse zweite Kirche errichtet, 968 das Bistum Magdeburg gegründet. Als Otto I. 973 in Memleben stirbt, wird er ebenfalls in der Krypta des Doms beigesetzt.
Neuste Grabungen lassen vermuten, dass der erste Dom 982 einstürzt, 1004 wird mit seinem Neubau begonnen. Am Karfreitag 1207 werden beide Kirchen bei einem grossen Stadtbrand zerstört. Erzbischof Albrecht II., erst 5 Tage vor dem Brand in das Amt gekommen, lässt die noch stehenden Mauern einreissen und einen gotischen Dom erbauen, nach französischen Vorbildern, die er bei seinem Theologiestudium in Paris ken- nengelernt hat. Beim Bau der Kirche kommt es immer wieder zu Unter- brechungen, das Langhaus wird 1363 geweiht, 1520 ist der Dom erst justifyfiller





endgültig fertiggestellt. In der Reformation werden weite Teile Magdeburgs evangelisch, doch der Erzbischof Al- brecht von Brandenburg, Gegenspieler Luthers, sorgt für einen katholischen Dom bis zu seinem Tod 1546.
Der Dom wird vom Rat der Stadt für 20 Jahre ver- schlossen, erst am 1. Advent 1557 findet hier der erste justifyfiller
evangelische Gottesdienst statt. Im 30Jährigen Krieg wird der Dom, wie die Stadt Magdeburg schwer beschädigt (künftig sagt man, wenn eine Stadt wirklich zerstört war "sie wurde gemagdeburgert"), das Erzbistum säkulari- siert und an das Herzogtum Brandenburg übergeben, der Dom wird Garni- sonskirche. Ab 1826 erfolgt eine erste Restaurierung des Doms, der unter Napoleon Pferdestall war, 1869 entsteht die erste bürgerliche evangelische Domgemeinde.
1945 erleidet der Dom - eher geringe - Bombenschäden, 10 Jahre später ist er wieder geöffnet. Ab 1983 beginnt eine weitere grosse Restaurierung, seither ist er lediglich im 800Jahr-Feierjahr 2009 ohne Gerüste gewesen.

Link: http://www.magdeburgerdom.de/domgemeinde/

Ausflüge in die Nähe: Kloster Unserer Lieben Frau (1km)