Eintritt: Museum 1 €, Freilichtgelände 2 €
Führung: Sonderführungen auf Anfrage
Hotel: keines
Café/Restaurant: keines
Info: ab 4,00 €
Souvenirs: vorhanden
Lage: Das Opfermoor liegt bei Niederdorla, ca. 30 km von Eisenach entfernt
Anfahrt: Parkplatz am Museum, von dort ca. 5 Minuten Fussweg zum Freilichtgelände

Das Opfermoor. Ein klassischer Zufallsmitnehmer auf dem Weg nach Berlin. Für die Wartburg hat die Zeit nicht gereicht, und was über die Anlage so im Internet stand, klang ja ganz interessant.
Was ich entdeckt habe, ist einer der zauberhaftesten Orte, an denen ich je war. Das schliesst zwar die rekonstruierte Siedlung und vor allem die Heilig- tümer durchaus ein, der Zauber geht aber weit darüber hinaus.
Die Stille hier ist mehr als die Abwesenheit von Störgeräuschen, sie ist selbst ein Heiligtum. Das Schilf raschelt silbern und im See glucksen Perlen. Es justifyfiller





stört mich noch nicht mal, kitschig zu sein; es ist nur schade, dass man Geräusche nicht photografieren kann. Das kleine Museum am Eingang ist liebevoll gestaltet; lei- der sind die meisten ausgegrabenen Original-Stücke in Weimar ausgestellt. Auf dem Weg zum Freilichtgelände kommt man an dem „neuen“ geografischen Mittelpunkt justifyfiller
Deutschlands vorbei. Der ist nämlich genau hier.

Fazit: Mein entrücktes Lächeln übersteht später sogar eine 15 km Baustelle auf der Autobahn und den Verkehr am Alexanderplatz.
Um es kurz zu machen: Das Opfermoor ist unfassbar toll und absolut empfehlenswert.

Geschichte: 1957 werden bei Torfabbau bei Niederdorla Tierknochen und geschnitzte Hölzer entdeckt. Archäologen finden hier einen Kultplatz, an dem über 1000 Jahre lang verschiedene Kulturen ihre Heiligtümer und Opferstätten errichteten. In der Hallstattzeit (6. Jh. v. Chr.) entsteht am Rande des Moores bei Niederdorla ein Opferplatz. Zur Laténezeit ( ca. 300 v.Chr.) bricht ein unterspülter Hohlraumes ein, im Moor entsteht ein See, an dessen Ufern 26 Heiligtümer erbaut werden: ein bedeutender Kultplatz justifyfiller





unter keltischen Einflüssen; Tieropfer, aber auch Men- schenopfer sind nachweisbar. Den Höhepunkt bildet ein grosses Rundheiligtum der Elbgermanen aus dem 1. Jh. v. Chr., in dem 3 Gottheiten verehrt werden; nun opfern hier nicht mehr nur Anwohner, sondern auch Fremde von weit her. Im 2. Jahrhundert werden römische Heilig- justifyfiller
tümer errichtet, doch im 3. Jahrhundert sind die verstreuten Opferplätze durch ein bedeutendes isoliertes Heiligtum einer gallo-römischen Göttin, ein Umgangstempel, ersetzt. Hier wird ein Mädchen, wohl eine Priesterin der Göttin, beigesetzt; ihr Grab wird im 4. Jhrd. wohl aufgrund politischer und religiöser Unruhen zerstört. In der Völkerwanderungszeit (5. Jhrd.) ent- stehen Schiffsheiligtümer. Im 6. Jhrd. ist der Opferplatz noch mal ein gros- ses Zentralheiligtum, vielleicht im Zuge der Christianisierung von den Fran- ken angezündet; doch bis ins 11. Jhrd. wird hier geopfert. Das germa- nische Dorf ist eine rekonstruierte Siedlung des 3. Jhrd., die einige hundert Meter vom Opfermoor entfernt entdeckt wurde.

Link: www.opfermoor.de/

Ausflüge in die Nähe: Creuzburg (26km), Drachenschlucht (33km), Schloss Eschwege (33km), Wartburg (33km), Totenkirche (48km)