Eintritt: keiner
Führung: keine
Hotel: im Ort
Café/Restaurant: im Ort
Info: Kirchenführer 2,50€
Souvenirs: keine
Lage: auf der Ratzeburger Dominsel, ca 20 km von Lübeck entfernt
Anfahrt: Parken davor

Auf dem nördlichsten Zipfel der Insel im Ratzeburger See, nur über drei schmale Dämme zu erreichen, steht der Dom. Kopfsteinpflaster unter alten Linden und Kastanien, nebenan das Herrenhaus der Herzöge von Mecklen- burg (heute Museum); hier könnte einer meiner Zweitwohnsitze sein...
Der Kreuzgang (von aussen zugänglich) ist abends länger geöffnet und es ist ein fast mystisches Gefühl dort, ohne eine Menschenseele zu sehen und zu hören, im Dämmer mit klappernden Schritten herumzulaufen. Auf dem weissen Putz pastellfarbene Bemalung der Säulen und Bögen, zahlreiche bunte Bildfelder dazwischen.
Morgens trifft man als erstes auf den Braunschweiger Löwen, der vor dem justifyfiller





Dom steht, später sieht man seinen Bruder in Lübeck (auch vor den anderen beiden der vier Löwendome - Schwerin und Braunschweig - steht eine Kopie).
Durch ein schönes romanisches Portal gelangt man zu- nächst in die Vorhalle, die mit ihren bunten Back- steinsäulen viel gemütlicher wirkt als der eigentliche Dom. justifyfiller
Der ist ziemlich einschüchternd; dunkel und hoch, ausser rotem Backstein kaum Schmuck. Ein Stück des Kreuzganges ist von hier zugänglich, ein kleines Museum zeigt Ausstellungsstücke aus dem Domleben.
Neben dem Dom steht die grade archäologisch erforschte Bischofsher- berge, die Arbeiter dort sind die einzigen Menschen, die man sieht. Der Rundweg endet auf dem Friedhof mit seinen buchsbaum-eingefassten Gräbern. Am Seeufer geht man zur östlichen Dammstrasse, von hier hat man den stimmungsvollsten Blick auf dem Dom: Dick und kompakt mit grün verwittertem Kupferdach spiegelt er sich im See.

Fazit: Der einzige Mangel: die fehlende Sonne.... Ratzeburg auf der Insel ist definitiv einen Besuch wert, der Dom mit seiner Umgebung beeindruckend und empfehlenswert.
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Geschichte: An der Stelle des heutigen Doms befindet sich um das Jahr 1000 ein slawisches Heiligtum der Göt- tin Siwa. 1050 beginnt der Bischof von Bremen mit der Missionierung des Gebietes, Ratzeburg wird 1062 erst- mals erwähnt, ein Bistum soll errichtet werden doch 1066 macht der Slawenaufstand die Pläne zunächst zu- justifyfiller
nichte. Später erhält Heinrich der Löwe, Herzog der Sachsen, das Gebiet und legt 1154 den Grundstein für den Bau des Doms. Kurze Zeit später folgen seine drei anderen Dome in Braunschweig, Schwerin und Lübeck.
1225 ist der Dom vollendet, 1251 das zum Dom gehörende Prämon- stratenserkloster. 1504 wird der Konvent in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt, 1648 wird das Bistum säkularisiert und gelangt als Fürsten- tum Ratzeburg an das Herzogtum Mecklenburg. Beschädigungen 1693 durch die Dänen und 1893 durch einen Blitz werden wieder hergestellt, bei einer grossen Restaurierung 1960 bis 1966 wird der Dom weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand versetzt.

Link: http://www.ratzeburgerdom.de/

Ausflüge in die Nähe: Dorfkirche Schlagsdorf (10km), Heilig-Geist-Hospital (27km), Marienkirche Lübeck (28km), Lübecker Dom (28km)