Eintritt: Dokuzentrum 5 €, Aussenanlage frei
Führung: Audioführung im Dokuzentrum
Hotel: keines
Café/Restaurant: im Zentrum+am Dutzendsee
Info: Faltblatt kostenlos, Hefte/Bücher ab 1 €
Souvenirs: keine; wäre auch merkwürdig (nur Bücher)
Lage: ausserhalb von Nürnberg
Anfahrt: Parken davor, 3 €

Das Gelände ist riesig, wie so ziemlich alles hier. Im Innenhof des Gebäudes sind die Mauern aus roten Ziegeln, Schmuckblenden über den Fenstern im römischen Stil, als wolle dieses gigantische (und noch viel gigantischer ge- plante) Theater das Colosseum imitieren. Von Aussen ist das Gebäude mit Naturstein verkleidet, glatt und furchteinflössend, mit unbewegter Mimik.
Im Dokuzentrum selbst ist die sehr gut gemachte Ausstellung, die auch funktioniert, wenn man wie ich eine Audioguide-Allergie hat... Besonders der letzte Teil zur Baugeschichte ist interessant.
Beeindruckt hat mich, wie das Problem gelöst wurde, die – unbestreitbar vorhandene – Ästhetik des Nazi-Baus nicht zu glorifizieren, aber als Doku- justifyfiller





ment noch zu erhalten. Teilweise wirkt es beklemmend zum wegrennnen, dann wieder, auf der "Brücke", fühlt man selbst fast eine gewisse Erhabenheit.
Der See ist erholsam schön doch dann kommt man zum Zeppelinfeld, und das ist echt gruselig. Naziarchitektur im Stil des Pergamonaltars. Weite Öde, nichts ausser eini- justifyfiller
gen nackten Männern in der Sonne. Es geht um das Sportfeld mit den schrecklichen Bunkern und die "Grosse Strasse", dann ist man wieder am See und diesmal grüsst das Gebäude in der Abendsonne über das Wasser.

Fazit: Sehenswert, bedenkenswert. Extremes Kontrastprogramm zu 2 Tagen stimmungsvolle Nürnberger "Alt"-Stadt.

Geschichte: Zu Beginn des 20. Jhrds. entsteht auf dem Gelände am Dut- zendteich, zuvor Naherholungsgebiet der Stadt Nürnberg, ein Ausstellungs- gelände sowie ein Sportpark mit einem Stadion für 37.000 Zuschauer auf dem Zeppelinfeld. Bauten und günstige Infrastruktur werden in der Folge für zahlreiche Grossveranstaltungen genutzt, auch die NSDAP hält dort 1927 und 1929 ihre Parteitage ab. 1933 bestimmen die Nationalsozialisten Nürnberg als "Stadt der Reichsparteitage", die sie bis 1938 hier abhalten, justifyfiller





um eine Parallele zu der Bedeutung als Stadt der mittel- alterlichen Reichstage herzustellen. Albert Speer wird mit der architektonischen Gesamtkonzeption des Geländes beauftragt. Bis heute erhalten hat sich die Kongresshalle.
Sie sollte 50.000 Menschen Platz bieten, und 70 m hoch werden. Ihre Fassade erinnert an das antike Kolosseum justifyfiller
in Rom. Die Zeppelinwiese wird zu einem Aufmarschfeld mit Tribüne umge- staltet, mit Platz für über 300.000 Menschen, die Haupttribüne nach dem Vorbild des Pergamonaltars erbaut. Die "Grosse Strasse" als Zentrale Achse des Geländes läuft direkt auf die Kaiserburg zu, um an die Vergangenheit des "Heiligen Römischen Reichs" anzuknüpfen. Der für die Bauten benö- tigte Granit wird in von der SS in der Nähe von Steinbrüchen angelegten Konzentrationslagern (z.B. Flossenbürg, Mauthausen) gewonnen. Nach dem Krieg werden Teile des Geländes abgerissen und überbaut bzw. umgenutzt. 2001 wird in dem ehemaligen Kongresszentrum das Museum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände eingerichtet.

Link: http://www.museen.nuernberg.de/[...]/allgemein.html

Ausflüge in die Nähe: Kaiserburg Nürnberg (4km), St. Sebaldus (4km)