Eintritt: keiner
Führung: keine
Hotel: im Ort
Café/Restaurant: im Ort
Info: Kirchenführer 4 €
Souvenirs: keine
Lage: Die Johanneskirche liegt in Weinsberg, ca 6 km von Heilbronn entfernt
Anfahrt: Parken davor

Durch den idyllischen Ort, vorbei an Fachwerkhäusern, steigt man die kleine Anhöhe zur Johanneskirche hinauf, rot-gelb leuchtet die Fassade vor den Weinbergen. Im Inneren wechseln sich wuchtige Säulen mit schönen Kapitellen und dicke Pfeiler ab, über dem mysteriös im Dunklen liegenden Chor zierliche Säulen einer Zwerchgalerie.
Über dem ersten Chor, muss man sagen, denn durch eine Tür gelangt man von hier in den "neuen", um 1350 angebauten gotischen Chor, der mit seinen weissen Wänden, den gelben Gewölbestreben und den modernen Fenstern so gar nicht zu der massiven Basilika passt.
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Der Blick auf die wunderbaren zarten Wandmalereien wird leider von den wahrscheinlich hässlichsten Lampen, die je eine Kirche erhellt haben, gestört, eine beeindruk- kende moderne Sandsteinfigur eines lokalen Künstlers steht im Seitenschiff.
Aussen am alten Teil der Kirche finden sich kleine Fratzen justifyfiller
und Monster, vor dem schön geschmückten Fürstenportal stehen alte Grabplatten an die Stadtmauer gelehnt und am achteckigen Glockenturm hat eine Sonnenuhr tatsächlich dieses Jahr mal was zu tun. Am Hang hinter der Kirche wird gegraben, man kann alte Mauerreste im Erdreich erkennen.

Fazit: Eine schöne Kirche, die mit ihren Details aus den verschiedenen Bauphasen viele Entdeckungen bietet. Weinsberg ist ein zauberhafter Ort, die Gegend am Neckar toll, und obendrüber gibt es noch Burg Weibertreu!

Geschichte: Die Johanneskirche, zu der es keinen Vorgängerbau gibt, wird um 1215 errichtet. Das staufische Ministerialengeschlecht der Herrn von Weinsberg, die auf Burg Weibertreu oberhalb des Ortes residieren, haben wohl den Auftrag zum Bau der Kirche gegeben; sie haben bis 1440 auch justifyfiller





das Patronatsrecht. Daher ist vermutlich das "Fürsten- portal" an der Westseite zur Burg hin ausgerichtet.
Der Chorturm wird, bereits gotisch, um 1240 erbaut, der Legende nach als Ausstellungsort des berühmten Turiner Grabtuches, das eine Zeitlang im Besitz des Kai- sers gewesen ist, der es Konrad von Weinsberg zur Ver- justifyfiller
wahrung gegeben haben soll, um es nicht dem Papst aushändigen zu müssen. Um 1332 kommt es zum Streit zwischen den Bürgern und den Burgherren, die Stadtmauer wird nun als Trennung zwischen der Burg und dem Fürstenportal errichtet, zur gleichen Zeit wird der neue Ostchor an den Chorturm angebaut.
1440 geht das Patronatsrecht an den Kurfürsten der Pfalz, 1504 an den Herzog von Württemberg. Im Bauernkrieg wird die Kirche beschädigt, jedoch wieder hergestellt. Bei Renovierungen entdeckt man 1977 die Wandfresken von ca. 1320 und legt sie frei.

Link: http://www.kirche-weinsberg.de/cms/startseite/johanneskirche/

Ausflüge in die Nähe: Burg Weibertreu (1km), Burg Stettenfels (12km), Ritterstift Bad Wimpfen (17km), Stauferpfalz Bad Wimpfen (17km), Schloss Horneck (20km), Bergkirche Heinsheim (21km), Burg Guttenberg (26km), Burg Hornberg (27km), Ravensburg (40km), Schloss Zwingenberg (46km)