Eintritt: 8 €, Museum+Führung, Photoerlaubnis 1 €
Führung: Innenräume nur mit Führung
Hotel: vorhanden
Café/Restaurant: mehrere
Info: ab 3 €
Souvenirs: zahlreiche
Lage: Die Wartburg liegt ca. 4 km ausserhalb von Eisenach
Anfahrt: Parken unterhalb 5 €, 520 m/7 min. laufen

Die Wartburg. Immer wenn ich nach Berlin gefahren bin, habe ich bei ihrem Anblick geseufzt. Eines Tages... Dieses Jahr also hatte ich Zeit, Auto und Sonne für 2 Tage.
Kann man die Wartburg besuchen, und einfach nur eine Burg besuchen? Leicht ist das nicht. Und eines ist klar: Menschen muss man mögen, sonst leidet man wirklich. (Oder sie komplett ausblenden können, wie ich das glücklicherweise kann...).
Von den Besuchermengen abgesehen, war ich beim Betreten der Wart- burg erst mal geschockt: Ganz so neoromanisch hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Die Begeisterung kommt langsam, und in eher homöopathisch- justifyfiller





en Dosen. Das Museum ist toll, und der Gang zu der legendären Lutherstube wunderschön. Und dann sieht man in der Führung die Innenräume des Palas. Der Mosaikkitsch in Gold und leuchtenden Farben ist so absurd, dass er schon wieder gut ist, die alten Räume sind toll.
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Aber als erklärter Romanische-Kapitelle-Fetischist, bin ich hier im Himmel und mit allem versöhnt, was mich vielleicht vorher irritiert hat. Viel zu schnell muss man hier weitergehen. Auf einen Turm kann man steigen, der Blick ist phänomenal; die Wartburg liegt in den ersten Hügeln des Thüringer Waldes: in eine Richtung sieht man in die Ebene und nach Eisenach, zur anderen Seite wilde Natur.
Auf der Rückseite der Burg ist eine mittelalterliche Bauhütte nachgestellt, hier ist es ruhig, viele Leute kommen gar nicht bis zu diesem Fleck. Und nicht nur deshalb ist das vielleicht die schönste Stelle der Burg. Jetzt ist man endgültig versöhnt.
Von den zahlreichen Restaurants sollte man die Terrasse des Hotels zum Kaffee wählen, weitgehend touristenfrei und Blick auf die Bauhütte und einfach zauberhaft.
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Auf jeden Fall sollte man, als Kontrast zu den Menschen- massen auf der Wartburg im Anschluss noch zur Dra- chenschlucht am Fusse des Burgberges. Entweder von der Burg runterlaufen oder unten an der Strasse parken, dann 980 m / 8 min bis zum Eingang der Schlucht. Die eigentliche Drachenschlucht ist nur gut 200 m lang, aber justifyfiller
von denen ist jeder einzelne sehenswert. Der Marienbach, der die Klamm einst geformt hat, gurgelt unter den Planken des schmalen Holzweges, der zwischen - teilweise nur gut schulterbreiten - Felswänden hindurchführt. Der Stein ist dick mit Moos bewachsen, metertiefe Auswaschungen in den Wänden wirken wie Tierhöhlen und Sonne fällt kaum noch auf den Grund der Schlucht. (Wer hier gute Photos machen will, sollte ein Stativ dabei- haben). In der unmittelbaren Umgebung gibt es noch die Landgrafen- schlucht und die Ludwigsklamm, und so sollte man für den Besuch Eisenachs noch weit mehr Zeit einplanen als ich mit 1,5 Tagen hatte!

Fazit: Keine Frage, die Wartburg ist ein Erlebnis. Und nicht nur als Burg, sondern auch als Mythos "der" Burg wirklich sehenswert. Abgesehen von allem anderen: Alleine für die Kapitelle lohnt sich der Besuch dreifach.
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In Verbindung mit dem reizenden Eisenach und der Drachenschlucht zusammen: absolut empfehlens- wert!

Geschichte: An der Stelle der Wartburg befindet sich schon zu keltischer Zeit eine Besiedelung. Um 1160 lässt justifyfiller
Ludwig der Springer, Begründer des Geschlechts der Ludowinger, auf dem Berg eine Burg errichten; von einem Vorgängerbau kann ausgegangen werden. Die Wartburg wird Stammburg der Ludowinger, der Sohn Ludwig des Springers, Ludwig I. wird 1131 von Kaiser Lothar III. in den Landgra- fenstand erhoben. Ab der Mitte des 12. Jhrds. wird die Wartburg ausge- baut, zu Beginn des 13 Jhrds. ist sie der sagenhafte Austragungsort des "Sängerkrieges".
Ab 1211 lebt die (spätere) Heilige Elisabeth von Thüringen auf der Wart- burg, 1221 heiratet sie Ludwig IV. Nach dessen Tod 1227 geht Elisabeth nach Marburg, wo sie 1231 stirbt. 1247 stirbt auch der letzte Thüringische Landgraf, Heinrich Raspe, die Wartburg gelangt nun in den Besitz der Wettiner.
1317 zerstört ein Brand grosse Teile der Burg, ein umfangreicher Neuauf- justifyfiller





bau folgt. Ihre strategische Bedeutung verliert die Wart- burg in der Folge, als Nebenresidenz ist sie nicht mehr in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt.
1521/22 versteckt Kurfürst Friedrich der Weise den Re- formator Martin Luther als "Junker Jörg" auf der Wart- burg, wo er in nur 11 Wochen das Neue Testament ins justifyfiller
Deutsche übersetzt.
In den folgenden Jahrhunderten wird die Wartburg teilweise baufällig; doch durch ihre Geschichte ist sie bereits im 19. Jhrd. ein nationales Denkmal, 1853 erfolgt ein erster Wiederaufbau im historisierenden Stil.
Im zweiten Weltkrieg wird die Wartburg beschädigt, ab den 1950er Jahren erfolgen Restaurierungsarbeiten, die teilweise die Umbauten des 19.Jhrds. wieder entfernen. Seit der Wende wird die Wartburg weiter aufwendig in- standgesetzt, 1999 wird sie zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Link: http://www.wartburg-eisenach.de/frame_sts.htm

Ausflüge in die Nähe: Drachenschlucht (4km), Creuzburg (13km), Opfermoor (33km), Schloss Eschwege (40km), Wehrkirche Ronshausen (41km), Wasserburg Friedewald (46km)