Eintritt: keiner
Führung: keine
Hotel: im Ort
Café/Restaurant: im Ort
Info: ab 4,50 €
Souvenirs: Kerzen & Karten
Lage: Der Dom liegt mitten im alten Stadtkern von Xanten
Anfahrt: Parken im Ort 1-5 Minuten Fussweg

Als ich im Internet ein Hotel in Xanten suchte, dachte ich ärgerlich: "Was zeigen die mir immmer nur dieselben 7-8 Hotels an, ich möchte ALLE sehen...". Ich dachte, ein Ort, der bei den Römern so bedeutend war und im Mittelalter diesen Dom bekommen hat, muss einfach gross sein und über zig Hotels verfügen. Tatsächlich ist Xanten ein winziges Städtchen das fast schon holländisch aussieht - abgesehen von der Colonia Ulpia Traiana natürlich.
Wenn man den Dom betritt ist man erst mal überwältigt von den un- zähligen schlanken schwarzen Säulen, die den Dom tragen. Die Kapitelle sind bunt bemalt, in Rot, Grün, Gold. In den Seitenschiffen stehen mehrere justifyfiller





grossartige Altäre und im - herzergreifend schönen - Kreuzgang sieht man immer wieder unter dem Verputz das rote Backsteinmauerwerk. Die alte romanische Kryp- ta ist modern umgebaut zu einer Gedenkstätte für heu- tige Märtyrer. Meist finde ich Märtyrer etwas suspekt, aber hier ist mit dem Stacheldraht aus dem KZ etwas justifyfiller
beklemmendes und nachdenklich machendes entstanden. Man erkennt noch Teile der alten Fundamente aber spürt nichts vom Heiligen Victor oder Siegfried. Die Kreuzigungsgruppe vor dem Dom ist toll, sie blendet sich ein in das Steinwirrwarr gotischer Kirchen.

Fazit: Ein toller Dom in einem schönen Ort. Und auch wenn es in der Altstadt viele reizende Gelegenheiten für einen Kaffee gibt, ist mein Lieblings- platz die alte Windmühle auf der Stadtmauer. Für 1 € darf man durch den kleinen Bioladen über die Leiter auf die Mühle steigen, für wenig mehr mit ei- nem Kaffee davor sitzen.

Geschichte: Im 4. Jhrd. wird über einem Gräberfeld eine Totengedächtnis- stätte errichtet, der Legende nach liegt hier Victor von Xanten, ein Märty- rer, der im Amphitheater von Vetera (dem Legionslager in der Nähe) hinge- justifyfiller





richtet worden sein soll. Kaiserin Helena baut die erste Ka- pelle für sein Andenken, zu der schon bald Wallfahrten erfolgen. Im 8. und 9. Jhrd. entseht eine erste Stiftskir- che, die, vermeintlich über den Gebeinen des heiligen Vic- tors errichet, "ad sanctos" genannt wird, woraus sich das heutige "Xanten" ableitet. Die Kirche wird 863 von justifyfiller
den Normannen zerstört, Neubauten folgen, bis 1263 die Grundstein- legung des heutigen Doms durch Erzbischof Konrad von Hochstaden erfolgt. Erst 1544 ist St. Victor vollendet. 1802 wird das Stift aufgelöst, 1849 gründet sich der Dombauverein. 1933 wird unter dem Chor ein Grab aus dem 4. Jhrd. entdeckt. Diesen - Gewaltspuren aufweisenden - Toten ist wohl die erste Gedächtnisstätte geweiht; die Legende um Victor entsteht später. 1945 wird der Dom am Ende des Krieges stark beschädigt, der weitgehend originalgetreue Wiederaufbau dauert von 1947-66. In der Krypta wird eine Grabstätte für Opfer der Nazis errichtet und Urnen mit Asche aus den KZs Auschwitz, Bergen-Belsen und Dachau aufbewahrt.

Link: http://www.st-viktor-xanten.de/viktormain.swf

Ausflüge in die Nähe: Colonia Ulpia Traiana (2km), Burg Linn (50km)